Warum Microsoft den Remote-Desktop-Sicherheitsdialog eingeführt hat
Betroffen sind Remote-Desktop-Dateien mit der Endung .rdp. Angreifer haben solche Dateien per E-Mail verschickt, getarnt als Rechnung oder Freigabe. Ein Doppelklick verband den Rechner mit einem fremden Server – und gab dabei unbemerkt lokale Laufwerke, die Zwischenablage oder Anmeldedaten frei. Genau das soll der neue Dialog verhindern.

Was der neue Dialog anzeigt
Der Dialog erscheint, bevor die Verbindung aufgebaut wird, und zeigt:
- die Adresse des Remotecomputers,
- den Herausgeber der RDP-Datei, sofern sie signiert ist,
- die angeforderten Zugriffe auf lokale Ressourcen wie Laufwerke, Zwischenablage, Drucker oder Smartcards.
Alle Zugriffe sind standardmäßig abgewählt und müssen ausdrücklich freigegeben werden. Beim ersten Öffnen einer RDP-Datei erscheint zusätzlich eine einmalige Sicherheitswarnung. Verbindungen, die Sie selbst in der Remotedesktop-App eingeben, sind nicht betroffen.
So reagieren Sie richtig
- Öffnen Sie RDP-Dateien nur, wenn Sie wissen, woher sie stammen – niemals direkt aus einer unerwarteten E-Mail.
- Prüfen Sie die angezeigte Adresse. Kennen Sie den Server nicht, brechen Sie ab.
- Geben Sie nur die Ressourcen frei, die Sie wirklich brauchen, meist genügt die Zwischenablage.
Für Administratoren: altes Verhalten vorübergehend zurückholen
Microsoft hat die Dokumentation aktualisiert. Verursacht der neue Remote-Desktop-Sicherheitsdialog in Ihrer Umgebung Probleme, etwa mit automatisierten Verbindungen, lässt sich das vorherige Verhalten per Registry wiederherstellen:
- Öffnen Sie den Registrierungs-Editor über das Startmenü.
- Wechseln Sie zum Schlüssel
HKLM\Software\Policies\Microsoft\Windows NT\Terminal Services\Client. - Legen Sie folgenden Wert an:
- Name: RedirectionWarningDialogVersion
- Typ: REG_DWORD
- Daten: 1
Nutzen Sie das nur als Übergang. Besser ist es, eigene RDP-Dateien zu signieren, damit der Dialog einen bekannten Herausgeber zeigt.
Remote Desktop sicher im Unternehmen nutzen
Offen erreichbare RDP-Zugänge gehören zu den häufigsten Einfallstoren für Angriffe. Wir richten Fernzugriffe über VPN oder ein Gateway ein und betreuen Ihre Arbeitsplätze per Fernwartung. Weitere Sicherheitsthemen finden Sie im IT-Tipps-Bereich, etwa zu SSL-Zertifikaten mit 47 Tagen Laufzeit.
Häufige Fragen
Muss ich bei jeder Verbindung neu bestätigen?
Der Dialog erscheint bei jeder Verbindung über eine RDP-Datei. Die einmalige zusätzliche Sicherheitswarnung zeigt Windows nur beim ersten Öffnen einer Datei an.
Betrifft der Dialog die Remotedesktop-App?
Nein. Verbindungen, die Sie selbst in der Remotedesktop-App eingeben, sind nicht betroffen. Der Dialog gilt nur für geöffnete RDP-Dateien.
Wie werden RDP-Dateien signiert?
Mit dem Befehl rdpsign und einem Codesignaturzertifikat. Der Dialog zeigt dann den Herausgeber an, und Benutzer erkennen vertrauenswürdige Verbindungen auf einen Blick.


